Das Archipel von Zadar – Dugi Otok

Auf meine Frage nach einer Art Insel-Hopping-Runde durch die direkt vor Zadar gelegene Inselgruppe, erntete ich von der Dame am Schalter der Jadronlinja Fähren nur einen ungläubigen Blick. Wenn man sich genauer mit dem Fahrplan beschäftigt, versteht man auch warum. Die Fähren fahren in der Regel die Strecke Zadar nach XY oder XY nach Zadar. Zwischen den Inseln selbst gibt es dagegen nur wenig Verbindungen. Hinzu kommt, dass die Strecken relativ lang sind. Insel Hopping war also nicht möglich. Da ich mir aber trotzdem wenigstens etwas Salzbrise um die Nase wehen lassen wollte, beschloss ich einen Tagestrip zu wenigstens einer der Inseln zu machen.

Die Autofähren der Jadrolinija starten außerhalb  von Zadar in Gaženica. Von dort ging es dann zwei Stunden mit der Fähre nach Brbinj, einem Ort auf der Insel Dugi Otok. Dugi Otok bildet die äußere Grenze des Archipels von Zadar hin zur Adria. Auf dem Weg muss die Fähre sich dementsprechend durch die davor liegenden Inseln und Inselchen hindurchschlängeln, was einen wunderbaren Blick auf die Landschaft erlaubt. Auf den Inseln selbst gibt es vor allem viel Natur. Hin und wieder sieht man ein paar verstreute Häuser, teilweise kleine Orte. Auf Dugi Otok sieht es auf den ersten Blick nicht anders aus. Dabei bleibt allerdings die Frage offen, wohin die Hunterschaften von Autos wollten, die von der Fähre in Brbinj ausgespuckt wurden bzw. woher die Hundertschaften kamen, die wieder auf die Fähre wollten. Es muss offenbar noch etwas bewohntere Ecken geben, als den Fährhafen von Brbinj (im Bild, wenn man genau hinschaut).

Da ich kein Auto hatte und auch keine Lust zum Wandern, kehrte ich eine halbe Stunden später mit der gleichen Fähre zurück nach Zadar und nutzte die Gelegenheit ein letztes Mal vor meiner Abreise das Treiben in der Stadt zu genießen. Im Reiseführer steht, dass Zadar eine Stadt ist, die keine Touristen braucht um zu überleben. Es gibt sie natürlich, die Touristen. Vor allem im Sommer und nicht zu wenig. Viele Deutsche und erstaunlich viele Österreicher. Bei den Backpackern aus aller Welt ist die Stadt ebenfalls sehr beliebt. Aber – und das ist vermutlich das, was der Reiseführer sagen möchte – trotz Hochsaison und Touristenfluten, hat man immer noch das Gefühl, dass die Stadt fest in Händen der Kroaten ist. Touristen sind dabei gern gesehene Gäste, die freundlich akzeptiert werden und nicht wie in manchen anderen Gegenden als wandelnde Geldbörsen betrachtet werden, die man wo immer es geht ausnehmen kann.

Zum Abschluss entdeckte ich noch durch Zufall eine idyllisch im Grünen gelegenen Lounge, die sofort zum ausruhen einlädt. Die Lounge liegt in einen kleinen Park neben dem Platz der fünf Brunnen, der im Reiseführer auch als "Grimani Bastion" bezeichnet wird. Ob das die Übersetzung für "Perivor kraijice Jelene Madijevke" ist – so wird der Platz auf der Karte des Tourismusbüros von Zadar bezeichnet – lasse ich mal dahin gestellt sein.

 

 

 

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